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Starke Stimmen in einem ungewöhnlichen Ambiente


Bei ihrem Auftritt in der ehemaligen Pallottiner-Kapelle in Ehrenbreitstein werden die “Vocal Heroes” perfekt in Szene gesetzt

KOBLENZ. Geheimnisvolle Dunkelheit herrscht in der ehemaligen Pallottiner-Kapelle in Ehrenbreitstein, als die klare Stimme von Britta Steinborn erklingt. Zart und doch kraftvoll interpretiert die Sängerin das mittelalterlich anmutende Lied “Candlelight”, das von einem Ritter handelt. Aber Steinborn singt nicht nur, sie inszeniert das Lied regelrecht, macht es zu einem spannenden, intensiven Erlebnis, indem sie während ihres Vortrags mit einer Kerze in der Hand durch die Kapelle wandelt. An diesem Abend ist sie eine von elf “Vocal Heroes” – allesamt Gesangsschüler des Koblenzer Musikers Christoph Streit – die gemeinsam mit ihrem Lehrer und seiner Band in der nahezu voll besetzten Kapelle konzertieren. Eingeladen zu der Veranstaltung, deren Erlös der Instandhaltung der Kapelle zugute kommt, hat der Förderverein, der sich dem Erhalt des ehemals sakralen Bauwerks widmet.
Das Lied “Candlelight” ist an diesem Abend nur eine von vielen begeisternden Facetten des Konzertes: So unternehmen die “Vocal Heroes” einen Streifzug quer durch Rock, Pop, Soul und Alternative. Da folgt etwa ein temperamentvolles “Warum” von Juli dem gefühlvollen Soul-Song “Diary” von Alicia Keys – beides gesungen mit Power in der Stimme von Teena Wagner – und bildet einen reizvollen Kontrast. Dieser Stilmix wirkt jedoch nicht lieblos zusammengewürfelt, sondern hat seinen ganz eigenen Reiz, versetzt er die Zuhörer doch in die verschiedensten Stimmungen.
Zu der tollen Atmosphäre trägt natürlich auch das ungewöhnliche Ambiente der ehemaligen Kapelle bei: Einerseits ein sehr intimer Rahmen – der Raum fasst gerade mal um die 60 Zuhörer – , andererseits bietet die Höhe des Raumes eine tolle Akustik und lässt den Stimmen viele Möglichkeiten der Entfaltung. So spielen die Akteure geschickt mit dem Raum, erzeugen etwa durch Umhergehen verblüffende, an Dolby Surround erinnernde Klangdimensionen, die sich auf den einzelnen Zuhörer wellenartig hin- und wegbewegen.
Perfekt in Szene gesetzt werden die starken Stimmen, ob sie nun solistisch oder als Background-Chor agieren, von der vierköpfigen Band um Christoph Streit. Saxofon, Piano, Percussion, Gitarre und Bass bilden nämlich die perfekte Basis für jeden Song, ob sie die Sängerinnen und Sänger nun rockig und laut, zart und gefühlvoll oder auch mal sphärisch und geheimnisumwittert unterstützen und mit ihnen eine harmonische Einheit bilden. Eine runde Sache also, die einerseits viel zu schnell zu Ende geht, andererseits aber schon Vorfreude weckt auf kommende Auftritte von Christoph Streits “Vocal Heroes” und seiner Band.
Christiane Hausding

RZ v. 10.12.2005