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Neue Heldentaten für Streits Sänger

“Vocal Heroes” des Koblenzer Gesangslehrers messen sich im Wettbewerb
Christoph Streits “Vocal Heroes” haben schon einige “Heldentaten” vorzuweisen: Die Gesangsschüler des Koblenzer Musikers treten regelmäßig vor großem Publikum in der Region auf, gestalteten zudem beispielsweise die Summi-Shows der RZ in Rheinland-Pfalz mit. Jetzt hat sich Lehrer Streit eine neue Herausforderung für die Vokalisten ausgedacht: Nur die besten von ihnen dürfen im Florinsmarkt ein längeres Programm zeigen. Der Wettbewerb hat begonnen.
KOBLENZ. Sänger in einer Band: Möglicherweise ist dieser Berufswunsch – angeheizt durch manche Talentshow im TV – aktueller und gefragter denn je. Doch mit coolen Posen und dem Überstimmen der übrigen Instrumente ist es nicht getan. Deshalb spielt im Gesangsunterricht von Christoph Streit die Gesangstheorie eine Rolle. Nicht die Hauptrolle, aber doch eine wichtige. “Zunächst einmal geht es mir bei meinen Schülern darum, dass wir zusammen musizieren. Die Bedeutung theoretischer Überlegungen wird dann von ganz alleine deutlich”, sagt der Koblenzer, der seit knapp drei Jahren sein eigenes “Vokal-Institut” leitet. Bildungsschwerpunkt: Popgesang.

Eigenes Repertoire

Denn während es für den klassischen Gesang einige Ausbildungsmöglichkeiten und auch viele qualifizierte Lehrer gebe, sehe das im eigentlich doch so heiß umkämpften Popsegment anders aus, weiß Streit: “Deshalb landen viele, die eigentlich in einer Rock-, Jazz- oder Popband singen möchten, doch bei einem Klassiker. Und dann macht es möglicherweise irgendwann keinen Spaß mehr.” Grund: Das Repertoire verwischt, die eigenen Ziele rücken in den Hintergrund.
Streit macht es anders, das Repertoire bestimmen die Schüler komplett selbst: “Ich gebe gar nichts vor.” Nach und nach wird dann in Einzelstunden am Gesang gearbeitet. Was dabei herauskommen kann, erleben Musikfreunde in der Region regelmäßig bei den Konzerten der “Vocal Heroes”. Dann gestalten die Gesangsschüler Streits ein Konzertprogramm, werden von einer professionellen Band begleitet. “Denn auch das gehört zum Unterricht dazu. Die Situation auf der Bühne, mit einer großen Band im Rücken, das kann man nicht simulieren.” Streit will auch so seinen ganzheitlichen pädagogischen Ansatz realisieren.
Allerdings gibt es bei diesen Konzertabenden für jeden Vokalisten meist nur die Möglichkeit, einen oder zwei Songs zu singen – zu wenig, dachte sich Streit, der seit vielen Jahren als Musiker, Sänger, Songwriter und Bandleader in der Szene bekannt ist. Nun eröffnet er einigen seiner Schüler eine besondere Möglichkeit: Sie dürfen bei einem “Vocal Heroes”-Special am 24. Juni im Florinsgarten im Rahmen der Kufa-Sommernächte ein längeres Programm präsentieren: “Fünf bis sechs Schüler dürfen etwa 25 Minuten auf die Bühne. Die Band wird gestellt, beim Repertoire haben sie völlig freie Hand.

Wer sind die Besten?

Das Ziel des Gesangslehrers: “Zunächst einmal müssen sich die Besten in einer internen Konkurrenz durchsetzen. Diese Wettbewerbssituation ist durchaus gewünscht.” Streit schmunzelt: Er allein ist die Jury. “Und dann ist es natürlich eine echte Herausforderung, 25 Minuten Programm zu gestalten: Welchen Stil suche ich aus? Was passt zu mir? Womit kann ich die Leute unterhalten? Aber auch: Wie gestalte ich die Dramaturgie des Programms?”
Das Konzert im Juni ist also einerseits Teil der Gesangsausbildung, andererseits Unterhaltung fürs Publikum: “Wer schon einmal auf einem ,Vocal Heroes”-Konzert war, weiß, dass das Niveau der Sängerinnen und Sänger sehr, sehr hoch ist.” Und auch die Musiker, die Streit für die “Sommernacht” engagieren wird und die auf den jeweiligen Sänger zugeschnitten sein werden, sollen dem gewohnt hohen Anspruch der Zuhörer gerecht werden.
Außerdem werden die Konzerte auf Band aufgezeichnet – nicht zuletzt dadurch wird eine intensive “Manöverkritik” möglich sein. Sowieso schont Christoph Streit seine Schüler nicht mir kritischen Worten: “Das ist immens wichtig, auch für den späteren Weg. Sänger werden selten wirklich mit Substanz kritisiert. Weil kaum einer wirklich Ahnung davon hat. In einer Band können die wenigsten wirklich singen, geschweige denn sagen, was sie stört.” Tim Kosmetschke

RZ v. 5.2.2005